Ein Kommentar zum Thema Wertschätzung von Bildung und Ausbildung

von Anita:

Denke, für die Entwicklung eines Menschen, für seine Chance, alle seine Fähigkeiten und Talente vollständig zu nutzen, sind Liebe, die Vertrauen schenkt, und Bildung elementar. Bildung fördert Toleranz ist somit die ideale „Waffe“ gegen Fanatismus und Radikalismus.

Bildung begleitet das komplette Leben der Menschen. Sie variiert in den unterschiedlichen Lebensphasen und benötigt unterschiedliche Rahmenbedingungen.

Von enormer Bedeutung ist die schulische Bildung, da sie entscheidende Grundlagen legt. Der Zeitartikel über die Gesamtschulen macht deutlich, da werden mal aus irgendeinem Grund Millionen für Bildung ausgegeben, nur leider ohne Konzept und keineswegs nachhaltig. Der Bund zahlt mal und kümmert sich dann nicht mehr.

Den Anfang macht die Umgebung, sprich die Schulgebäude. Marode, Renovierungsstau, veraltete Technik. Sind wir doch mal ehrlich, wenn man dies sieht, welchen Eindruck macht es? Hätten wir da Lust zu lernen? Würden wir denken, lernen ist wichtig, hat Bedeutung. Kindern und Jugendlichen wird damit doch deutlich signalisiert, welche Bedeutung Bildung hat, welche Bedeutung die Politik ihr gibt.

Was würde geschehen, wenn die Gebäude top wären, hell und freundlich, aktuelle Technik, gut gelaunte und pädagogisch geschulte Lehrkräfte, spannende Projekte, wenig Frontalunterricht, Lerntempo und Lerninhalt vielleicht frei wählbar – immer am Lehrplan orientiert?

Der erste Schritt müsste sein, dass die von uns gewählten politischen Vertreter und Vertreterinnen auf der Landes- und Bundesebene Bildung zum absolut wichtigsten und vordringlichsten Aufgabenfeld erklären. Und somit die finanziellen Ressourcen zur Verfügung ständen.

Und wir müssten bei den Parteien und ihren Vertreterinnen und Vertreter mehr zum Thema Bildung einfordern. Sie an ihren Aussagen und dann an ihren Taten messen.

Halten wir Bildung nur in der Theorie für wichtig oder auch in der Realität?

  • Schulgebäude optimieren, Architektur so, dass sie Neugier weckt und zum Verweilen einlädt. Technik auf dem aktuellen Stand.
  • Reformation der Lehrkräfteausbildung. Mehr Methodik, verschiedene Unterrichtsformen, Unterrichtsmethoden.
  • Erforschen: wie bleibt Neugier, wie geht lernen, wie bleibt Freude am lernen (Kinder gehen mit Freude, Neugier und Spaß ins erste Schuljahr und spätestens nach der vierten Klasse sind sie absolut frustriert).
  • Schule vermittelt nicht nur Wissen sondern auch Wissenswertes fürs Leben und insbesondere für den Beruf, fördert Diskussion und Engagement, Aufmerksamkeit, achtet auf die persönliche Entwicklung (Entwicklung zu einem eigenständig denkenden und kritischen Menschen; wichtiger als eine Eins in Mathe oder Deutsch)
  • Förderung aller Kinder im Rahmen ihrer Fähigkeiten und Talente in ihrem Lerntempo. Was ist mit nichtschulfachlichen Talenten (Vermitteln, Empathie, stärker handwerklich usw.) Können wir es uns leisten, ein Talent nicht zu nutzen – ist es gerecht?
  • Kein Verwahren in Schulen – Ganztagsschulen entsprechend ausstatten, am Nachmittag auch pädagogisch geschultes Personal, Nachmittag für Vorstellung von Berufen, Arbeitsleben usw. nutzen; nicht nur beaufsichtigen der Hausaufgabenerledigung, sondern auch mögliche Unterstützung.
  • Information über Berufe, Arbeitsleben, Selbstständigkeit muss integraler Bestandteil des Unterrichts werden, Hospitationen, Unternehmensbesuche, Präsentationen, Gespräche mit Berufstätigen, Selbstständigen usw. mit einem festgelegten Stundenanteil pro Woche (2-4 Std. ??)
  • Rückführung der teilweisen extremen Aufsplittung von Berufen – heute verliert fast jeder die Übersicht. Ohne berufliche Erfahrungen ist da kaum eine vernünftige Entscheidung möglich.
  • Bologna ade
Cellular Education Classroom 159844
Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. „Marode, Renovierungsstau, veraltete Technik“: Stimmt das wirklich, oder ist das lediglich eine Behauptung? Sind wir dann auch bereit, weniger Geld für „Brot und Spiele“ zu fordern?

    Bildung ist nicht nur eine Bringschuld des Staates. Bildung ist in 1. Linie eine Holschuld der Menschen. Nie hatten wir so viele Bildungsangebote wie heute. Wonach streben wir, nach Bildung oder nur nach guten Noten auf einem Stück Papier, erreicht mit möglichst wenig Aufwand?

    „…heute verliert fast jeder die Übersicht.“: Wer ist bereit, sich anzustrengen, um die Übersicht zu erwerben.

  2. Aus einer OECD-Studie von 2016:
    Unterm Strich gab Deutschland demnach pro Student weniger Geld aus als 2008 – und zwar zehn Prozent. „Die Ausgaben sanken dabei in vergleichbarem Umfang wie in Spanien während der Finanzkrise“, sagte der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher.
    Deutschland habe seine Ausgaben für Hochschulen zwar von 2008 bis 2013 um 16 Prozent erhöht – allerdings bei einer Steigerung der Studierendenzahlen um 28 Prozent. Die Bildung eines Studenten ließ sich die Bundesrepublik damit pro Jahr im Schnitt einige Hundert Euro weniger kosten als die 35 OECD-Länder im Schnitt. Das gilt, wenn man die Mittel berücksichtigt, die unmittelbar den Unterricht betreffen.
    Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) investierte Deutschland erneut deutlich weniger Geld in Bildung als andere Länder: Der Anteil liegt bei 4,2 Prozent, im OECD-Schnitt sind es 4,8 Prozent.
    zitiert nach Spiegel-Online
    Deutschland spart bei Studierenden“ vom15.09.2016

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