In Zeiten von Corona halten die Generationen zusammen

Eine Schülerin geht mit dem Hund ihres 80-jährigen Nachbarn Gassi. Ein Student bringt einer Dame mit Immunerkrankung die nötigen Medikamente aus der Apotheke vorbei. Ein älteres Ehepaar erhält seine Lebensmittel von einer Nachbarin, die für sie einkaufen geht.

Bei all den Herausforderungen dieser Zeit erleben wir momentan eine gesellschaftliche Entwicklung, die uns optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Denn damit sich in einer Gesellschaft alle Menschen wohlfühlen, ist es wichtig, dass sie ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln, sich gegenseitig unterstützen und zusammenhalten. Sprich – dass sie solidarisch handeln. Gerade für das gemeinsame Überstehen und Lösen von Krisen sind diese Werte also besonders gefragt und somit auch das Zusammenhalten der Generationen.

Vor allem ältere Menschen sind durch das neuartige Coronavirus gefährdet, während junge Menschen teilweise erkranken, ohne Symptome zu merken.Die Situation stellt den bereits bestehenden Generationenkonflikt vor eine weitere Prüfung. Alt und Jung sind frustriert mit so vielen Einschränkungen leben zu müssen oder sie fürchten die wirtschaftlichen Folgen, die auf sie zukommen können. Manche Menschen haben Angst um ihre Gesundheit oder vor dem Alleinsein.

In dieser bisher nie dagewesenen Situation müssen wir uns bemühen – stärker als je zuvor – die jeweilsandere Generation zu verstehen und momentan besonders die ältere Generation zu schützen.

Daher ist es besonders schön zu sehen, dass die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Lebensumstände der Generationen, wie auch die räumliche Entfernung, nicht generell zu einer wachsenden Distanz zwischen den Generationen führen. Sondern im Gegenteil die Generationen wieder näher zusammen zu bringen scheint. Ein Ausdruck von Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn, der bewegt.

Eine Person benötigt Hilfe von einer anderen Person. Ein Mensch unterstützt einen anderen Menschen. Welches Alter die Person hat oder wie sie lebt, spielt hierbei keine Rolle. In Krisenzeiten steht ein Mensch für den anderen ein.

Das ARD Mittagsmagazin berichtete über einen 15-jährigen Jungen, der eine Website erstellt. Über diese Seite können Menschen, die der Risikogruppe angehören, mit freiwilligen Helfer*innen kommunizieren. So werden Einkäufe geregelt und die Versorgung mit Medikamenten gesichert. In immer mehr Städten bilden sich so genannte Nachbarschafts-Netzwerke, in den sozialen Medien werden Hilfsangebote geteilt und Student*innen und Lehrer*innen bieten Familien an, mit ihren Kindern zu lernen.

So lobte auch der Bundespräsident Frank Walther Steinmeier in seiner Ansprache am 26. März 2020 im Schloss Bellevue: „Ich sehe und höre: Viele, sehr viele von Ihnen helfen jetzt; gehen für ihre älteren Nachbarn einkaufen.“ (http://www.bundespraesident.de)

Für andere Menschen einkaufen zu gehen oder selbst kreativ zu werden, ist ein besonderes Engagement und nicht selbstverständlich. Gleichzeitig ist es jedoch auch nicht für jeden möglich. Für jede*n Einzelne*n fallen gerade ganz neue, individuelle Herausforderungen an, die zu meistern sind. Doch auch all diese Menschen, die gerade auf Dinge verzichten und zu Hause bleiben, um ältere und kranke Menschen zu schützen, handeln solidarisch.

In jeder Krise und in jeder Herausforderung liegt auch immer eine Chance. Eine Chance, dass die unterschiedlichen Generationen zusammenhalten, um nach der Krise stärker als je zuvor in den Austausch zu gehen. 

Bei Generationen im Gespräch freuen wir uns auf weitere angeregte Diskussionen und vor allem auf ein ständig fortlaufendes, gegenseitiges Voneinander-Lernen!

Oder in den Worten des Bundespräsidenten:
„[…] Unsere Zukunft liegt nicht in Abschottung voneinander, sondern in geteiltem Wissen. So kann aus einem geteilten Leid eine gemeinsame Zukunft werden. Also: Lernen wir voneinander! Bündeln wir […] alles Wissen und alle Erfahrung, alle Kreativität und Energie!

Alles Gute, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, und geben wir acht aufeinander!“

Generationenverbindender Horizont