Generationen in Projekten – Ein pinkfarbener Ansteck-Button verbindet

 

Ein pinkfarbener Button ist ein Resultat von Generationen im Gespräch in Freiburg. `LASS UNS REDEN` ist eine Einladung, in der Öffentlichkeit wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

Das Projekt „Lass uns reden“ in Freiburg soll den persönlichen Kontakt im öffentlichen Raum fördern und zum Abbau gesellschaftlicher Distanz beitragen. Bei Generationen im Gespräch wollen wir die Distanzen zwischen Jung und Alt verringern und gemeinschaftliches Handeln für eine gemeinsame Zukunft stärken.

 

Immer mehr Ältere, immer weniger Jüngere: Die Deutschen nehmen den demografischen Wandel zunehmend als Thema wahr. Die demografische Entwicklung wird unsere Gesellschaft tiefgreifend verändern.

Freiburg ist im deutschlandweiten Vergleich eine junge Stadt. Mit etwa 40,2 Jahren liegt die Bevölkerung deutlich unter dem Durchschnitt. Aber auch hier spielen die demografischen Herausforderungen und die Distanz zwischen den Generationen eine große Rolle. Der demografische Wandel ist Teiler der grundsätzlichen Frage: Wie wollen wir heute und in Zukunft gemeinsam leben?

Generationen im Gespräch greift diese große Zukunftsfrage auf. Wie lässt sich die Distanz der Generationen überwinden? Wie lassen sich Möglichkeitsräume herstellen, in den die Generationen zu Gestalter*innen einer gemeinsamen Zukunft werden? Die Veranstaltungen von Generationen im Gespräch bringen deutschlandweit Jung und Alt zusammen, um etwas zu bewegen und sich für die Gesellschaft zu engagieren. Am 18. Oktober 2019 fand eine solche Veranstaltung in Freiburg statt.

Ria Hinken lebt in Freiburg und unterstützt das Projekt. Für sie ist Bildung für ältere Menschen und Aufklärungsarbeit über das Altern in verschiedenen Initiativen zur Berufung geworden. Bei Generation im Gespräch geht es für sie darum, Toleranz und Verständnis für das Alter und unterschiedliche Erfahrungswelten zu fördern, anstatt Vorurteile und Feindbilder zu verfestigen. Die Distanz der Generationen ist vor allem eine Distanz der Erfahrungen und des Wissens.

Auf der ersten Veranstaltung im Oktober 2019 wurden konkrete Ideen von den Teilnehmenden entwickelt. Jüngere und ältere Teilnehmende hatten sich in Arbeitsgruppen zusammengefunden, die von Moderator*innen bei der Projektentwicklung begleitet wurden. Danach ging es um erste Schritte bei der Umsetzung der Ideen. Generationen im Gespräch versteht sich nicht als Tagesereignis, sondern als langer Weg zu mehr zivilgesellschaftlichem Engagement.

Zur Unterstützung des Umsetzungsprozesses hatte die Stadt Freiburg als Projektpartner am 11. Februar 2020 alle Teilnehmenden eingeladen, um über den Stand der Projektideen zu sprechen und wie es weitergehen soll. Die konkrete und dauerhafte Unterstützung vor Ort für generationenverbindene Projekte durch die Kommune ist ein wichtiges Ziel bei Generationen im Gespräch.

Ein Projekt wird schon in der öffentlichen Raum sichtbar: Ein Projektteam hat sich im Veranstaltungsdurchgang mit der Frage von Öffentlichkeit und Anonymität beschäftigt. Es gibt ein großes Bedürfnis nach Austausch bei den Menschen, aber viele wissen nicht, wie sie im öffentlichen Raum wirklich ins Gespräch kommen können. Die Gruppe hat daraufhin Buttons zum Anstecken an die Kleidung mit der Aufschrift „Ja, ich will“ entwickelt und in einem ersten Satz 1.000 Buttons herstellen lassen. Die Träger*innen des Buttons zeigen damit in der Öffentlichkeit, dass sie Interesse haben, in ein Gespräch zu kommen.

Die Idee funktioniert. „Von einer jungen Frau wurde ich kürzlich beim Einkaufen angesprochen, die wissen wollte, was der Button bedeutet. Daraufhin sind wir in ein Café gegangen und haben uns zwei Stunden unterhalten“, berichtet Ria Hinken. Der Button ist ein kleiner Beitrag dafür, Distanz und Alleinsein in der Öffentlichkeit zu überwinden, neue persönliche Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu teilen.

 

Es entstehen weitere Projekte in Freiburg

Um den Abbau von Gesprächsbarrieren geht es auch in dem Projekt „Kurze Gespräche für kurze Strecken“. Wie lässt sich dem Widerspruch begegnen, dass die Menschen immer mehr kommunizieren und das Gefühl haben, immer weniger im Gespräch zu sein? Die Idee des Projekts ist es, kurze Gesprächsrunden zu schaffen. Sehr interessiert von der Idee ist der Freiburger ÖNPV-Betreiber VAG. Die Idee ist, dass über die Bildschirme in Bus und Bahn Impulsfragen eingeblendet werden, über die Fahrgäste miteinander in ein Gespräch kommen können.

Das dritte Projekt setzt mehr auf institutioneller Ebene an: Ziel ist die Gründung eines Generationenrates. Dieser Generationenrat könnte generationenverbindend Projekte fördern und die Interessen der Generationen vertreten. Der Rat soll dazu beitragen, die zivilgesellschaftliche Spaltung zu überwinden. Es gib schon einen Jugendrat und auch einen Senior*innenrat, aber keine Gruppen, die Interessen der Mehrgenerationen vertreten. Das Gespräch der Generationen könnte in Freiburg zu einer eigenen Organisation werden.

Die einzelnen Kommunen in Deutschland bekommen den demografischen Wandel unterschiedlich zu spüren. Sie müssen mit individuellen Strategien auf die verschiedenen Herausforderungen reagieren. Dabei ist es wichtig, die Menschen mitzunehmen und zu aktiven Gestalter*innen der Kommune zu machen.

 

Projekte in der Kontaktsperre – Was nun?

Die einschneidenden Veränderungen des öffentlichen Lebens und der sozialen Kontakte durch das Coronavirus werden nun langfristige Auswirkungen auf die Generationenbeziehungen und die Öffentlichkeit haben. Was das für jede*n Einzelne*n bedeutet, ist noch nicht auszumachen.

Aber auch heute bewegen sich Menschen auf der Straße, in Parks, in den öffentlichen Verkehrsmitteln und begegnen sich. Es ist dabei entscheidend, den nötigen Abstand einzuhalten und allgemeine Verhaltensregeln zu befolgen.

Das persönliche Gespräch ist aber nicht unmöglich geworden. Der soziale Kontakt muss in Zeiten der physischen Distanz in der Corona-Pandemie anders interpretiert werden. Es gilt, mutig Neues auszuprobieren. Die innovativen Projektideen in Freiburg für die Förderung persönlicher Begegnungen sind auch im Alltag mit dem Coronavirus ein wichtiges Zeichen für den Abbau von gesellschaftlichen Distanzen.

 

Einladung zur Beteiligung

Es gibt es noch Ansteck-Buttons, die für Gespräche in der Öffentlichkeit getragen und verteilt werden können. Wollt Ihr Teil der Bewegung sein? Bei Interesse an den Ansteck-Buttons könnt Ihr Euch gerne bei Ria Hinken unter e-mail@alterskompetenz.info melden.

Der Pinkfarbene Button Ist Ein Resultat Von Generationen Im Gespräch In Freiburg. Der Button Ist Eine Aufforderung, In Der Öffentlichkeit Wieder Miteinander Ins Gespräch Zu Kommen.